Für eine unbeschwerte Urlaubszeit empfehle ich euch zwei freie Karten- und Navigations-Apps. Die erste eignet sich für alle – die zweite ist für Feinschmecker gedacht.
Für viele von euch beginnt jetzt die Urlaubszeit, oder ihr habt sie schon hinter euch, so wie ich. Wer in die Ferien fährt, erkundet oft neue Städte, Länder und Landschaften. Dabei ist eine Karten- und Navigations-App auf dem Handy, ein wertvoller Begleiter. Sie es, um den Weg vom Bahnhof zur Unterkunft zu finden, sich in den Souks von Marrakesch zurechtzufinden, oder die versteckte Treppe zur Kathedrale in Palermo zu finden. Naturfreunde interessieren sich für Wanderwege und Bike-Trails; Städtereisende möchten die Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs, oder Restaurants in der Nähe finden.
Ihr seht, die Anforderungen an eine Karten-App sind umfassend und unterschiedlich, je nach Vorlieben. Die Mehrheit der Anwender:innen verlässt sich auf die vorinstallierten Apps auf ihren Android- oder iPhone-Geräten, was meistens Google-Maps ist (ich habe keine Ahnung, was auf iPhones installiert ist). Die Leser:innen von GNU/Linux.ch wissen es besser.
Das wird hier kein grosser Testbericht, sondern nur ein kleiner Hinweis.
Einfach oder Rabbit Hole?
Wer auch in den Ferien mit freier Software auf dem Smartphone unterwegs ist, hat ausnahmsweise nicht die Qual der Wahl. Es gibt genau zwei freie Apps, wenn es um Karten und Navigation geht. Die eine ist einfach, die andere ist kompliziert. Ihr ahnt schon, worauf ich hinauswill.
Schaut man in die App-Stores und F-Droids dieser Welt, findet man Karten-Apps bis zum Abwinken. Zum Glück ist die Auswahl ziemlich einfach: Entweder man nimmt CoMaps oder OsmAnd. Jetzt kommt mir nicht mit einer dritten Karten-App; das passt nicht in das Konzept dieses Artikels.
Beiden Anwendungen ist gemeinsam:
- Sie beziehen das Kartenmaterial aus der OpenStreetMap-Datenbank
- Sie haben eine freie Lizenz
- Sie sind im F-Droid-Store verfügbar (CoMaps, OsmAnd)
- Sie bieten beide die Grundfunktionen an, die man von einer Karten- und Navigations-App erwartet
- Das Kartenmaterial kann für die Offlineverwendung heruntergeladen werden
Den letzten Punkt halte ich für besonders wichtig. Niemand möchte in Häuserschluchten oder im Gelände von einer Internetverbindung abhängig sein. Ein weiterer Pluspunkt gegenüber Google-Maps ist die Qualität der Karten. Insbesondere, wenn es um Details und Aktualität geht, ist die Google-Karte das Schlechteste, was es gibt. Beispiel gefällig?
Das soll kein Google-Bashing sein, aber ich warne ausdrücklich davor, sich in den Ferien (unbekanntes Terrain) auf die Google-Karten zu verlassen. Ich verfolge seit vielen Jahren die Qualität der Karten und kann aus Erfahrung sagen, dass die Google-Karten sowohl zu ungenau, als auch fehlerhaft sind.
CoMaps
Die Funktionen von CoMaps könnt ihr euch selbst auf der Homepage ansehen; die muss ich hier nicht abschreiben. Doch halt: Auf der Homepage findet man die Funktionen gar nicht. Schaut besser auf der F-Droid-Seite nach, dort findet ihr viel mehr Informationen.
CoMaps ist für 80 % der Anwender:innen die richtige Wahl. Der Funktionsumfang und die Bedienungsfreundlichkeit halten sich die Waage. Wer sich die App installiert und eine halbe Stunde damit herumspielt, hat die Anwendung verstanden.
OsmAnd
Im Gegensatz zu CoMaps, werden die Funktionen auf der Homepage der App beschrieben (leider nur in Englisch, obwohl man Deutsch im Menü ausgewählt hat). OsmAnd eignet sich für alle, die gehobene Ansprüche an eine Karten- und Navigations-App haben. Im Vergleich zu CoMaps, bietet OsmAnd ca. den zehnfachen Funktionsumfang. In dieser App bleiben keine Wünsche offen.
Hier sind ein paar Beispiel:
- Wie weit ist es vom Hotel bis zum Ätna? Die Luftstrecken-Messung sagt es dir.
- Wie sieht die Felsformation aus? Die Topo-Underlay-Karte zeigt es dir.
- Wie komme ich mit Öffis von A nach B? Das Öffi-Profil weiss es.
- Wie verläuft die Bus-Linie? OsmAnd zeigt die Strecke an.
Der Funktionsumfang von OsmAnd ist so vollständig, dass er überwältigend ist. Ich verwende die App, seit es sie gibt, und habe mich an die Bedienung gewöhnt. Für die Entwickler von OsmAnd ist es nicht einfach, die vielen Optionen in einer Art zu gestalten, die von Einsteigern verstanden wird. In den vergangenen Jahren hat die Benutzerfreundlichkeit von OsmAnd grosse Fortschritte gemacht. Ich wüsste auch nicht, was man daran noch optimieren könnte. Dennoch bleibt die App ein Kaninchenloch, in das man sich tagelang eingraben kann.
Wer sich auf OsmAnd einlässt, erhält die volle Packung. Wenn es um Karten und Navigation geht, ist diese Anwendung das Nonplusultra. Es gibt dort nichts, was es nicht gibt.
Fazit
Für eine unbeschwerte Urlaubszeit ist CoMaps der ideale Begleiter. Falls ihr in den Ferien mehr am Handy herumspielen möchtet, als Tempel zu besichtigen, sei euch OsmAnd ans Herz gelegt; es lohnt sich.
Welche App verwendet ihr? Gibt es Alternativen? Was habt ihr mit Karten-Apps in euren Ferien erlebt? Schreibt eure Erfahrungen und Empfehlungen in die Kommentare.
Titelbild: https://pixabay.com/photos/travel-boat-ship-sea-blue-9755525/ (modifiziert)
Quellen:
- CoMaps: https://www.comaps.app/de/
- OsmAnd: https://osmand.net/de/


