Tesla erprobt Full Self-Driving permanent auf echten Straßen. Doch bei der Überwachung ignorierte der Konzern wohl alle Vorgaben. Ein gefeuerter Manager klagt nun wegen massiver Überlastung und enormer Sicherheitsrisiken bei den Testfahrten.

WinFuture/KI-generiert
Klage wegen riskanten Autopilot-Tests
Ein ehemaliger Flottenmanager von Tesla hat vor einem Bundesgericht in Houston eine Klage wegen unrechtmäßiger Kündigung eingereicht. Javier Medrano wirft dem Autobauer vor, bei der Erprobung der Software Full Self-Driving erhebliche Sicherheitsmängel in Kauf genommen zu haben und dies weiterhin zu tun. Die Testfahrzeuge stellten ein Risiko im Straßenverkehr dar, da das Personal für die Überwachung der Flotte massiv überlastet gewesen sei, so Medrano.
Die Software Full Self-Driving befindet sich seit mehreren Jahren in der Entwicklung und wird kontinuierlich im realen Straßenverkehr getestet. Tesla nutzt die gesammelten Daten der Testfahrer, um die Algorithmen für das maschinelle Lernen zu trainieren und die Systeme stetig weiterzuentwickeln. Für die Überwachung dieser Testläufe ist entsprechendes Führungspersonal zwingend notwendig.
Der 32 Jahre alte Kläger war allein für die Koordination von 38 Testfahrern zuständig, die rund um die Uhr in drei Schichten arbeiteten. Laut den internen Richtlinien des Unternehmens liegt die Obergrenze für eine sichere Betreuung eigentlich bei 15 Fahrern pro Manager. Durch die schnelle Aufstockung der Flotte musste Medrano wöchentlich bis zu 80 Stunden arbeiten und stand auch an Wochenenden in Bereitschaft.
Unfall offenbart Personalmangel
Die Erschöpfung des Managers gipfelte Ende März 2025 in einem schwerwiegenden Zwischenfall. Eines der autonomen Fahrzeuge kollidierte nachts mit einem anderen Verkehrsteilnehmer. Der völlig übermüdete Medrano nahm den Notruf im Schlaf entgegen und gab der Fahrerin unzureichende Anweisungen. Dadurch verblieb diese eine Stunde lang ungeschützt an der Unfallstelle.
Wie die britische Tageszeitung The Independent berichtet, bat Medrano mehrfach um personelle Unterstützung. Stattdessen erhielt er eine schlechte Leistungsbewertung und wurde am 1. Mai 2025 schließlich entlassen. Kurz darauf beförderte das Unternehmen einen seiner Untergebenen und stellte zwei zusätzliche Führungskräfte ein, um genau die Aufgaben zu übernehmen, die Medrano zuvor allein bewältigen musste.
Forderungen vor Gericht
Medrano fordert in seiner Klageschrift nun weitreichende Entschädigungen für die Kündigung. Dazu zählen die Wiedereinstellung in seine alte Position, die Nachzahlung entgangener Löhne und Aktienoptionen sowie finanzieller Schadenersatz für die entstandenen psychischen und emotionalen Belastungen durch die extremen Arbeitsbedingungen.
Eine erste Anhörung vor dem zuständigen Richter ist für den 19. November 2026 in Houston angesetzt. Tesla hat sich zu den detaillierten Vorwürfen der Klageschrift bisher nicht öffentlich geäußert. Der Konzern kommentiert laufende rechtliche Verfahren in der Regel nicht.
Wie bewertet ihr die Sicherheitsrisiken bei der Erprobung autonomer Fahrzeuge im Straßenverkehr? Teilt eure Gedanken und Bedenken gerne in den Kommentaren mit uns!
Zusammenfassung
- Ein Ex-Manager von Tesla klagt wegen unrechtmäßiger Kündigung in Houston
- Der Kläger wirft Tesla erhebliche Sicherheitsmängel bei FSD-Tests vor
- Statt maximal 15 Betreuten musste er allein 38 Testfahrer koordinieren
- Ein Unfall im März deckte die extreme Erschöpfung des Managers auf
- Nach Hilferufen wegen Überlastung erhielt er stattdessen die Kündigung
- Der Betroffene fordert Wiedereinstellung und finanzielle Entschädigung
Siehe auch:
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