← Menü
winfuture.de

Vorwurf Terrorbeihilfe: Russland mit Haftbefehl gegen Telegram-Chef

Quelle: winfuture.de

Der russische Geheimdienst FSB hat einen internationalen Haftbefehl gegen Telegram-Gründer Pawel Durow erlassen. Man wirft ihm vor, Terrorismus zu fördern. Ein Dating-Bot soll dabei als heimliches Werkzeug für ukrainische Rekrutierungen dienen.

Datenschutz, Messenger, Social Media, Russland, Ceo, Telegram, Illustration, Gründer, Pavel Durov, Messaging-App, Pawel Durow, Telegram-Logo

WinFuture/KI-generiert/TechCrunch (CC BY 2.0)

Haftbefehl gegen Durow

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat einen internationalen Haftbefehl gegen den Telegram-Gründer Pawel Durow erlassen. Die Behörden werfen dem Unternehmer vor, terroristische Aktivitäten zu begünstigen. Konkret geht es um die Behauptung, ukrainische Geheimdienste würden den Messenger nutzen, um Anschläge und Sabotageakte auf russischem Boden zu koordinieren.

Im Zentrum der Ermittlungen steht ein Dating-Chatbot namens Dayvinchik bzw. Leo. Über das Programm sollen ukrainische Agenten gezielt junge Russen kontaktiert haben. Laut Angaben des Geheimdienstes wurden seit Juli des vergangenen Jahres 46 Personen im Alter von zwölf bis 22 Jahren festgenommen. Ihnen wird vorgeworfen, folgende Taten begangen zu haben:

  • Brandstiftung an der Transport- und Energieinfrastruktur
  • Angriffe auf russische Strafverfolgungsbehörden
  • Vorbereitung von Sabotageakten


Chatbot für Rekrutierungen

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dient der besagte Chatbot in Russland als beliebte Dating-Alternative, da herkömmliche Plattformen dieser Art dort nicht mehr verfügbar seien. Den Jugendlichen werde vorgeworfen, sich in weiterer Folge von vermeintlichen jungen Frauen zu Straftaten haben überreden lassen.

Die Reaktion von Telegram ließ nicht lange auf sich warten. Über das offizielle Profil auf der Plattform X veröffentlichte das Unternehmen ein Bild, das Durow mit ausgestrecktem Mittelfinger zeigt. Der 41-Jährige hatte bereits in der Vergangenheit betont, dass die russische Regierung lediglich Vorwände suche, um das Recht auf Privatsphäre und freie Meinungsäußerung einzuschränken.

Russlands Internet-Zensur

Die aktuellen Vorwürfe reihen sich in eine umfassende Kampagne Moskaus ein, die Kontrolle über das Internet zu verschärfen. Obwohl russische Bürger Telegram derzeit nur per VPN nutzen können, bleibt die App extrem populär. Selbst staatliche Behörden und das Militär greifen täglich auf den Dienst zurück, um im anhaltenden Krieg mit der Ukraine zu kommunizieren.

Durow lebt seit Jahren im Ausland und besitzt neben der französischen Staatsbürgerschaft auch einen Pass der Vereinigten Arabischen Emirate. Ein Auslieferungsersuchen an seinen Wohnort Dubai gilt als kompliziert. Bereits im Jahr 2024 stand der Gründer in Frankreich unter juristischem Druck, da ihm auch dort eine unzureichende Moderation von kriminellen Inhalten auf seiner Plattform vorgeworfen wurde.

Was meint ihr zu dem Vorgehen der russischen Behörden gegen den Telegram-Gründer? Teilt eure Gedanken und diskutiert mit uns in den Kommentaren!

Zusammenfassung

  • Russlands FSB erlässt einen internationalen Haftbefehl gegen Pawel Durow
  • Der Gründer soll ukrainische Sabotageakte in Russland begünstigt haben
  • Agenten nutzten wohl einen beliebten Dating-Chatbot für Rekrutierungen
  • Telegram reagiert auf dem Dienst X mit einem provokanten Foto von Durow
  • Das Verfahren ist Teil einer verstärkten Internet-Zensur in Russland
  • Eine Auslieferung des in Dubai lebenden Telegram-Chefs gilt als schwer

Siehe auch:

Gelesen...