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Spanien-Exklave Ceuta ruft wegen Migranten nach Militäreinsatz

Autor: tagesschau.de Quelle: tagesschau.de
Migranten versuchen von Marokko aus in die spanische Exklave Ceuta zu gelangen.

Ankunft zahlreicher Migranten Spanien-Exklave Ceuta ruft nach Militäreinsatz

Stand: 30.07.2026 • 21:26 Uhr

Zahlreiche Migranten sind zuletzt schwimmend in die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta gelangt - allein binnen eines Tages könnten es mehrere tausend gewesen sein. Der Regionalpräsident rief Madrid auf, das Militär einzusetzen.

Die Ankunft von zahlreichen Migranten in der an Marokko grenzenden spanischen Exklave Ceuta hat die dortigen Behörden in Alarmbereitschaft versetzt. Binnen eines Tages gelangten offenbar mehrere tausend Menschen schwimmend in die Stadt, wie ARD-Korrespondent Stefan Ehlert berichtet. Zuvor hatten Behörden mitgeteilt, dass in den vergangenen Tagen mehr als 1.500 Migranten dort angekommen seien.

Angesichts dieses Andrangs rief Regionalpräsident Juan Jesús Vivas die Zentralregierung in Madrid dazu auf, aus "Gründen der nationalen Sicherheit" den Notstand zu verhängen. Er bat zudem um die Entsendung zusätzlicher Polizeikräfte und der Armee an die Grenze zwischen Marokko und Ceuta.

Die Behörden des Ortes brachten den Anstieg mit einer Entscheidung des spanischen Obersten Gerichtshofs von Anfang Juli in Verbindung. Demnach dürfen Migranten, die über das Meer eintreffen, nicht ohne ein ordnungsgemäßes Verfahren sofort über die Grenze zurückgeschickt werden - im Gegensatz zu denen, die auf dem Landweg nach Spanien einreisen, beispielsweise indem sie über den Grenzzaun klettern.

Sánchez: "Setzen alle Hebel in Bewegung"

Das Innenministerium in Madrid teilte mit, man könnte angesichts der Migrationslage keinen nationalen Notstand ausrufen. Die Regierung ordnete aber den Einsatz von in Ceuta stationierten Armeeeinheiten zur Unterstützung der Grenzbeamten an, wie mehrere Medien am Abend berichteten. Diese Maßnahme war bereits im Mai 2021 in Ceuta ergriffen worden. Es seien insgesamt 120 Einsatzkräfte des Militärs, schreibt die Zeitung El País.

Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte zuvor auf X mitgeteilt, man setze "alle Hebel in Bewegung, um umgehend auf die Lage in Ceuta zu reagieren", war aber nicht konkreter geworden.

Oppositionsführer Alberto Nuñez Feijóo von der konservativen Volkspartei PP kritisierte Sánchez auf X mit scharfen Worten: Die Regierung dürfe "nicht wegsehen, denn wir befinden uns in einer Krise der nationalen Sicherheit".

Auch Tote entdeckt

Videos und Fotos zeigten überwiegend junge Männer, aber auch Familien mit Frauen und Kindern. Sie gelangen über die Felsblöcke, die zu dem künstlichen Damm gehören, der die Grenze markiert und sichern soll. Man sieht auch, wie die Menschen jubelnd über die Straßen laufen und unter anderem "Viva España!" rufen.

Immer wieder sterben auch Migranten beim Versuch, spanisches Gebiet zu erreichen. Die spanische Polizeieinheit Guardia Civil entdeckte allein am Mittwoch innerhalb weniger Stunden die Leichen von zwei Menschen, die vermutlich in den vergangenen Tagen versucht hatten, schwimmend nach Ceuta zu gelangen. Vivas sagte, in den vergangenen zwölf Monaten seien rund 60 Leichen von mutmaßlichen Migranten geborgen worden.

Aufnahmeeinrichtungen überlastet

Die spanische Exklave gilt seit Jahren als einer der wichtigsten Zugangspunkte für afrikanische Migranten nach Europa. Immer wieder versuchen Menschen, von Marokko aus schwimmend oder über die Grenzanlagen in die spanische Exklave und damit auf EU-Gebiet zu gelangen. In den vergangenen Tagen stieg ihre Zahl noch einmal deutlich.

Bereits am Mittwoch hatte Vivas erklärt, die Aufnahmeeinrichtungen seien völlig überlastet. Hunderte Migranten müssten auf den Straßen übernachten. Auf Videos vom Strand von Tarajal waren Menschenmengen zu sehen, die um die Wellenbrecher herum sowie über den Strand und durch die Straßen liefen.

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