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Russland greift Ukraine landesweit mit Raketen an

Autor: tagesschau.de Quelle: tagesschau.de
Rauchwolken über dem nächtlichen Kiew

Mehrere Tote und Verletzte Russland greift Ukraine landesweit mit Raketen an

Stand: 30.07.2026 • 09:16 Uhr

Russland hat erneut mehrere ukrainische Städte mit Raketen angegriffen, auch Kiew. Es soll landesweit mehrere Tote geben. Präsident Selenskyj hatte zuvor vor einem "massiven" russischen Angriff gewarnt.

Die Ukraine ist in der Nacht wieder zur Zielscheibe einer massiven Angriffswelle des russischen Militärs geworden. Städte bis im weit von der Grenze entfernten Westen des Landes seien mit Dutzenden Raketen und Marschflugkörpern sowie Hunderten Drohnen attackiert worden, berichteten ukrainische Medien. Es gebe mindestens acht Tote und mehr als ein Dutzend Verletzte.

"Dutzende gewöhnlicher Wohnhäuser, zivile Unternehmen und Infrastruktureinrichtungen wurden zerstört und beschädigt", teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj in den sozialen Netzwerken mit. Russland habe mehr als 70 Marschflugkörper und Raketen, darunter ballistische, eingesetzt. "Hinzu kamen über 280 Angriffsdrohnen. Mehr als 260 Drohnen konnten zerstört werden", sagte Selenskyj.

Konfliktparteien als Quelle

Angaben der Konfliktparteien oder von Beobachtern zum Kriegsgeschehen können in der aktuellen Lage nicht unmittelbar von unabhängiger Stelle überprüft werden.

Wohnhaus einer Großfamilie getroffen

In der Stadt Krywyj Rih wurde nach einem Bericht des Kyiv Independent das Wohnhaus einer Großfamilie von einer Rakete getroffen. Allein dort habe es sechs Tote gegeben, darunter zwei Kinder, sowie acht Verletzte. Aus der Hauptstadt Kiew und dem Gebiet Poltawa wurden zwei weitere Todesopfer gemeldet. In Lwiw gebe es fünf Verletzte, hieß es unter Verweis auf Behördenangaben.

Das russische Verteidigungsministerium sprach von Angriffen auf militärische Ziele in der Ukraine, auch drei Frachtschiffe nahe der Schwarzmeerstadt Odessa sollen demnach beschossen worden sein. Sie hätten Waffen und militärische Ausrüstung transportiert.

Selenskyj bittet um "Patriot"-Abwehrraketen

Überraschend kam die russische Angriffswelle nicht: Selenskyj hatte am Mittwoch vor einem unmittelbar bevorstehenden schweren Angriff Russlands aus der Luft gewarnt. Erst vor wenigen Tagen hätten die Angreifer die Ukraine attackiert "und die Wahrscheinlichkeit ist hoch", dass ein solcher Schlag auch heute Nacht ausgeführt werde, schrieb Selenskyj in sozialen Netzwerken. Er berief sich dabei auf einen Lagebericht des ukrainischen Luftwaffenchefs.

Erneut bat Selenskyj die USA und weitere westliche Verbündete, der Ukraine "Patriot"-Raketen zur Abwehr von russischen Angriffen mit ballistischen Raketen zu liefern. Am Dienstag hatte Selenskyj in Washington mit US-Präsident Donald Trump über das "Patriot"-Abwehrsystem gesprochen.

Ukrainische Gegenangriffe

Auch die Ukraine griff ihrerseits Ziele in Russland an. In der Stadt Noworossijsk am Schwarzen Meer wurde erneut ein Öltanker durch einen Drohnenangriff getroffen. Das teilte das Kaspische Pipeline-Konsortium mit. Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den Abschuss von 258 ukrainischen Drohnen. Die Flugabwehr sei in der Nacht in zahlreichen Regionen des Landes im Einsatz gewesen seien.

Durch Drohnenbeschuss wurde in der Nacht auch ein weiteres großes Lager des russischen Online-Händlers Wildberries in der Region Pensa in Brand gesetzt, wie der Gouverneur der Region, Oleg Melnitschenko, mitteilte. Auch in Sarapul in der Republik Udmurtien - rund 1.250 Kilometer östlich von Moskau - kam es in einem Lager von Wildberries zu einem Brand nach einem Drohnenangriff, wie das Unternehmen mitteilte.

Seit diesem Monat attackiert die Ukraine immer wieder Logistikzentren des größten russischen Versandhauses. Die symbolträchtigen und weithin sichtbaren Angriffe auf Wildberries verursachen nicht nur große Schäden. Sie dienen offenkundig auch dazu, Unruhe in der russischen Mittelschicht zu schüren.

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