Waldbrände in Südeuropa Zwischen leichter Entspannung und neuen Ausbrüchen
Stand: 30.07.2026 • 12:23 Uhr
Aus zwei Waldbrandgebieten in Frankreich und Spanien melden die Behörden Erfolge. Bei Bordeaux dürfen weitere 84.000 Menschen in ihre Häuser zurück. Gleichzeitig flammen in anderen Regionen neue Feuer auf.
Bei Bordeaux an der französischen Atlantikküste zeichnet sich bei dem großen Waldbrand leichte Besserung ab: Die Behörden erlaubten weiteren 84.000 Menschen die Rückkehr in ihre Häuser in neun Ortschaften. Insgesamt hatten sich in der Region 224.000 Menschen in Sicherheit bringen müssen. Am Dienstagabend konnten bereits 60.000 Menschen in drei evakuierte Gemeinden zurückkehren.
In der Nacht konnte die Feuerwehr ein erneutes Ausbreiten des Brandes mit einem Großaufgebot verhindern. Die Präfektur äußerte die Hoffnung, "eine Rückkehr zur Normalität für die Einwohner und die Unternehmen, die ihrer Arbeit nachgehen müssen, ins Auge fassen zu können".
Am Morgen sorgte Regen für Erleichterung bei den Einsatzkräften. "Die Bedingungen mit einer Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent heute Vormittag sind ideal, damit wir unsere Nachlöscharbeiten und das Ablöschen verbliebener Glutnester effizient fortsetzen können", sagte der regionale Feuerwehrkommandant Matthieu Jomain. Die Lage entwickele sich positiv, aber man müsse weiterhin vorsichtig bleiben.
Größeres Feuer bei Dijon ausgebrochen
Aus anderen Regionen Frankreichs wurden dagegen neue Brände gemeldet. Französische Medien berichteten am Abend von etwa 40 aktiven Feuern. So brach in der Nähe der Großstadt Dijon, in Couchey, ein größeres Feuer aus.
Wegen möglicher Gesundheitsgefahren durch den Rauch wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich möglichst nicht draußen aufzuhalten und Türen und Fenster geschlossen zu halten. Am Morgen teilten die Behörden mit, dass bereits 125 Hektar Land verbrannt seien.
Ebenfalls betroffen ist das südfranzösische Département Var. Nahe der Kleinstadt Brignoles mussten 600 bis 700 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Ein erneutes Feuer wurde auch aus dem Wald von Fontainebleau südlich von Paris gemeldet.
Erleichterung und neue Anspannung in Spanien
Auch in Spanien kämpfen Feuerwehren weiter gegen mehrere Brände. Im Nationalpark "Arribes del Duero" nahe der Grenze zu Portugal brach ein großes Feuer aus. Wegen erheblichen Risiken für die Anwohner seien zwölf Ortschaften und ein Campingplatz rund um die Gemeinde Fermoselle evakuiert worden, teilte die Regionalregierung der Gemeinschaft Kastilien und León mit.
Etwa 1.000 Menschen wurden in der betroffenen Region im Nordwesten Spaniens laut Medienberichten in Sicherheit gebracht. Etwa 180 Kilometer entfernt brachen in der Provinz León drei neue Feuer aus, wie das staatliche Fernsehen TVE berichtete. Dort hätten rund 300 Bewohner ihre Häuser verlassen müssen.
Die Waldbrände in Frankreich und Spanien im Überblick
- Die Website incendiohoy.es gibt einen Überblick, wo genau es in Spanien Waldbrände gibt. Die Karte finden sie hier.
- Die Website feuxdeforet.fr liefert einen ähnlichen Überblick für Frankreich. Die Karte finden sie hier.
Erleichterung herrschte derweil in der Provinz Castellón an der Levante-Küste: Der große Waldbrand im Gebiet Vall d'Uixó, nördlich von Valencia, konnte eingegrenzt werden und breitet sich nicht weiter aus, wie die Behörden mitteilten. Auch dort hatten Tausende Menschen evakuiert werden müssen.
Leichte Besserung wurde auch vom großen Waldbrand nahe der spanischen Hauptstadt Madrid gemeldet. Das Feuer sei seit mehreren Tagen kaum vorangeschritten und es gebe "kaum noch Flammen", teilte die Präfektur der Region Madrid mit. Die Wetterbedingungen in der Nacht hätten es ermöglicht, das Gebiet "zu kühlen und den Brandrand zu festigen, der sich deutlich stabilisiert hat". Es gebe nur noch wenige Glutstellen und fast keine Flammen mehr. Tausende Evakuierte seien jedoch weiterhin in Notunterkünften. Die Präfektur wies zugleich darauf hin, dass angesichts der aktuellen Hitzewelle neue Brände drohten.
Starke Winde erschweren Brandbekämpfung auf Kreta
Erhebliche Probleme gibt es weiterhin bei den Löscharbeiten im Süden der griechischen Insel Kreta. Dort machten starke Winde eine Brandbekämpfung aus der Luft unmöglich - Flugzeuge und Hubschrauber mussten abdrehen und wieder landen. Zwei Feuerwehrleute kamen dort ums Leben. Sie hatten im dichten Rauch die Orientierung verloren. Mehrere Ortschaften wurden vorsorglich evakuiert. Aus dem Küstenort Agia Galini wurden nach Angaben der Behörden ungefähr 8.000 Menschen in Sicherheit gebracht. Sie konnten nach Angaben von Reportern vor Ort inzwischen wieder zurückkehren.
Ein weiterer Feuerwehrmann starb auf der Halbinsel Peloponnes. Er sei jedoch allen Anzeichen nach unabhängig vom dortigen Feuer gestorben, berichtete der griechische Rundfunk unter Berufung auf Ärzte des Krankenhauses von Sparta.
In anderen Regionen Griechenlands ist die Situation nach Angaben der Behörden besser. Im Osten Kretas bei Sitia konnte ein großer Brand unter Kontrolle gebracht werden. Dies gilt auch für einen Brand auf der Insel Lesbos, berichtete der griechische Rundfunk ERT. Entwarnung könne aber nicht gegeben werden, sagten Feuerwehroffiziere und Meteorologen: Im trockenen Unterholz schwelen weiterhin Glutnester, die die Brände immer wieder neu entfachen können. Und: Es soll weiter heiß und windig bleiben.
Türkei meldet erste Erfolge bei Löscharbeiten in Antalya
In der Türkei waren ebenfalls Waldbrände ausgebrochen. Im bei Touristen beliebten südtürkischen Antalya kämpft die Feuerwehr seit Dienstag gegen mehrere Brände. Davon sei mittlerweile ein Großteil gelöscht, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Allerdings erschwerte ein Sturm mit Windgeschwindigkeiten bis zu 84 Kilometern pro Stunde die Löscharbeiten.
Weil die Brände Wohngebiete erreichten, wurden vorsorglich einige Bewohner evakuiert. Gründe für die Brände seien extreme Hitze, starke Winde und trockene Luft, sagte Gouverneur Hulusi Sahin.
Auch im Westen des Landes, in der Provinz Balikesir, kämpfe die Feuerwehr gegen Brände, ebenso in der südwestlichen Provinz Mugla. Dort sei in der Nacht ein weiteres Feuer im Bezirk Fethiye ausgebrochen, sagte Forstminister Ibrahim Yumakli dem Staatssender TRT zufolge. Landesweit seien 21 Flugzeuge, 69 Helikopter, etwa 500 Löschfahrzeuge und mehr als 3.500 Kräfte im Einsatz.